Die Windkarte

Also eigentlich müsste es ja heißen: “Die Windkarten“, denn es sind in Wirklichkeit zwei Karten in einer: Die Windstärke und die Windrichtung.

Wind Interpolation Strategies

Die Berechnung der Windkarten ist erheblich aufwändiger als die der anderen Wetterkarten. Statt einer einfachen Interpolation der Messwerte (links) verwendet HDmeteo ein Rechenmodell, welches zu realistischen Windmustern führt (rechts). Das Windmodell wird von HDmeteo laufend verfeinert.

Die Windstärke, welche von HDmeteo veröffentlicht wird, gebe ich in Kilometern pro Stunde (km/h) an. Windstille oder schwache Winde werden durch Blautöne wiedergegeben, stärkerer Wind mit grünlichen Farben und starker Wind in Gelb, Rot oder Weiß.

Die Windrichtung wird an den Wetterstationen durch Pfeile angegeben, und auf der restlichen Karte durch eine weiße Schraffur. Die Pfeile zeigen dabei in die Richtung, in die der Wind weht (bei den amtlichen Wetterkarten zeigen dagegen die Windfahnen in die Richtung aus der der Wind kommt).

Die Karte ist auf Spanisch mit “Viento Medio” beschriftet, was “Mittlerer Wind” bedeutet. “Mittlerer” daher, weil HDmeteo den Mittelwert der Windgeschwindigkeit, berechnet über 10 Minuten, veröffentlicht. Erfahrungsgemäß sind die kurzfristig gemessenen Windböen etwa doppelt so schnell.

Die Windmesser sollten nach internationalen meteorologischen Standards eigentlich in 10 Metern Höhe über dem Boden aufgestellt werden, aber aus praktischen Gründen messen fast alle Wetterstationen, die ihre Werte an HDmeteo übermitteln, in nur etwa 2 Metern Höhe über dem Boden. Dort ist der Wind, je nach Beschaffenheit der Umgebung (der sogenannten Rauigkeitslänge), etwa nur halb so stark wie in 10 Metern Höhe.

10 km/h mittlere Windgeschwindigkeit in 2 m Höhe kann also durchaus 20 km/h Mittelwind in 10 m Höhe, mit Böen bis 40 km/h bedeuten. Erfahrungsgemäß veröffentlichen die Medien gerne die spektakulären Maximalwerte – beachten Sie dies bei der Interpretation der Karten, denn ab 10 km/h Mittelwind ist es bereits ziemlich windig und ab 20 km/h Mittelwind weht es heftig.

AROME wind

Vergleich der Windmodelle HARMONIE-AROME (Quelle: AEMET) und HDmeteo von heute 13 Uhr (=12 Uhr Weltzeit UTC). Beide Darstellungen lassen die Starkwindfelder im Nordwesten und Südosten erkennen. Dies ist typisch für die Passatwinde, welche am Hindernis, das die Insel darstellt, vorbei müssen. Die Auflösung von HARMONIE-AROME ist die beste bislang verfügbare: 2,5 km. Die auflandigen Winde im Aridanetal gibt nur HDmeteo korrekt wieder – dank der erheblich feineren Darstellung.

Schön kann man bei HDmeteo im Verlauf des Tages sehen, wie unter dem Einfluss der wärmenden Sonne Aufwinde die Hänge hinauf wehen (besonders gut ist dies immer von Puntagorda bis Fuencaliente auf der Westseite der Insel zu sehen), und wo es aufgrund des Trichtereffektes zu Starkwindfeldern in Garafía und Mazo/Fuencaliente kommt. Der Nordostpassat muss sich nämlich zwischen die hoch aufragenden Kanarischen Inseln hindurchzwängen und wird dabei beschleunigt, da für die gleiche Luftmenge weniger Raum zur Verfügung steht.

Bin ich Ihnen zu technisch? Oder schreibe ich zu allgemein? Möchten Sie mehr Details erfahren oder lieber das große ganze Bild? Nutzen Sie die Kommentarfunktion!

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