Ausstellung Elektroautos in Los Llanos

Heute war ich in Los Llanos bei der Ausstellung von Elektroautos. Es wurden folgende Modelle präsentiert:

  • Hyundai Ioniq Elektro, das momentan wohl interessanteste Elektroauto in der Mittelklasse. Der Besitzer sagte mir, er habe für die mittlere Ausstattungsvariante und inklusive der 5500 € Movea-Förderung 23.000 € bezahlt. Er lade ab 1 Uhr nachts im speziellen E-Auto-Tarif von Endesa und zahle dafür nur 0,07 € pro kWh. Sein Auto brauche etwa 12 kWh pro 100 km, also 0,80 € pro 100 km, das ist ja fast umsonst. Er sei sehr zufrieden, und es gebe keine Reichweitenprobleme, da das Auto locker 200 km schaffe. Er lädt bei sich zu Hause nachts auf. Er beklagte nur, dass die Räder manchmal wegen des starken Motors beim Anfahren oder in Kurven durchdrehen und dass der Autopilot (Spurhalteassistent, Abstandstempomat etc.) auf den schlechten Straßen hier nicht nutzbar sei. Der Kofferraum sei bei einer 4-köpfigen Familie etwas klein, aber die Rückbänke lassen sich umklappen und dann wird er riesig. Zu den Bremsen sagte der Besitzer, dass er sie fast nie brauche und bergab mit bis zu 45 kW die Batterie wieder auflade.
  • BMW i3, das momentan extravaganteste Elektroauto in der Mittelklasse. Ist nicht so effizient wie der Hyundai, hat aber ein sehr spezielles Design, das bei den Anwesenden sehr gelobt wurde. Das hat aber auch seinen Preis.
  • Ein Volkswagen E-Golf war leider nicht ausgestellt, obwohl er sicher für viele Deutschresidenten interessant wäre, da viele die Qualitätsanmutung von VW schätzen. Er ist wohl am ehesten mit dem Hyundai zu vergleichen, bietet wohl einen etwas stärkeren Motor und mehr Platz im Fond.
  • Nissan Leaf: Der stand auch herum. Es ist das erfolgreichste Elektroauto der Welt, aber er sieht einfach hässlich aus. Es hat sich kaum jemand dafür interessiert
  • Kia Soul EV: Aus dem Hause Hyundai/Kia, hübsch blaumetallic lackiert, sieht ein bisschen wie ein Mini aus. Hohes Dach, aber der Kofferraum wirkte etwas klein.

Die Anwesenden sprachen zwar davon, dass es öffentliche 22 kW-Ladesäulen gäbe (von denen aber einphasig nur 7 kW nutzbar seien), aber das Laden erfolgt eben doch fast nur zu Hause in der Garage an einer Wallbox, das ist eine fest installierte Ladestation mit Ladekabel. Der Grund: echte Schnellladesäulen, an denen man das Auto in 25 Minuten laden könnte, gibt es hier noch nicht.

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Angesichts des sehr niedrigen Strompreises im Nachttarif oder gar Elektroauto-Stromtarif fährt man mit einem Elektroauto auf den Kanaren fast umsonst.

Die Elektroautoförderung des spanischen Staates für das Jahr 2018 heißt “ProMovea” und umfasst nur 20 Millionen €, 5.500 € pro Fahrzeug. Das reicht also spanienweit für nur 3636 Fahrzeuge, die Fördergelder werden also sicher binnen weniger Stunden nach Öffnung der Webseite zur Beantragung aufgebraucht sein (es würde mich nicht wundern, wenn die Webseite unter der Last zusammenbricht und dann es reiner Zufall ist ob man die Förderung beantragt bekommt oder nicht). Das ist ein nicht zu unterschätzendes Risiko, wenn man den Kauf von der Förderung abhängig machen will.

Update:

Bei den Gespräch mit den anwesenden Autobesitzern fiel mir auf, dass die meisten falsche Vorstellungen von der Erzeugung der elektrischen Energie auf den Kanarischen Inseln haben. Groß wurden Solarzellen präsentiert um den Eindruck zu erwecken, der Strom für die E-Autos komme aus erneuerbaren Energien. Auch in dem TV-Beitrag von Television Canaria gestern wurde nur von erneuerbaren Energien gesprochen. Das ist reine Propaganda. Nichts davon ist wahr. Tatsächlich stammen 98,5% der Primärenergie der Kanarischen Inseln aus Erdölprodukten, die Elektrizität zu 90%. In den letzten Jahren hat es auch keinerlei Änderung hier gegeben. Interessant ist, dass die konstante Propaganda in allen Medien Wirkung zeigt: Die meisten Spanier glauben, dass erneuerbare Energien hier auf dem Vormarsch seien. Mehrere Anwesende erwähnten als Beispiel El Hierro, das angeblich zu 100% mit Windenergie versorgt würde. Das ist aber falsch. 60% der Stromenergie auf El Hierro entstammen aus Erdöl, und 90% des Primärenergieverbrauchs El Hierro sind ölbasiert (Stand: Juli 2015 – September 2017).

Dennoch: Elektroautos sind trotz der enorm schmutzigen Stromerzeugung der Kanarischen Inseln ökologisch sinnvoll, da Diesel und Schweröl in den Kraftwerken erheblich effizienter genutzt werden als in einem Auto mit Verbrennungsmotor.

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