Unser elektrisches Motorrad

Seit Juli versuche ich, auf La Palma ein elektrisches Moped zu kaufen – bisher vergeblich. Es gibt auf La Palma keine elektrischen Mopeds, und auf den anderen kanarischen Inseln allenfalls in homöpatischen Mengen (laut DGT wurden bisher keinerlei Mopeds der Marken NIU oder Super Soco auf den Kanaren zugelassen – obwohl dies die Marktführer in Europa sind – es tauchen in der Zulassungsstatistik nur einige Spaßmobile in Gran Canaria auf sowie ein Direktimport einer “Fauro Soco TS”).

Warum ein elektrisches Moped?

Unser Arbeitsweg ist täglich 62 km (Hin und zurück) zwischen Puntagorda und Los Llanos. Dafür brauchen wir 3 Liter Superbenzin (hin) und 4 Liter Superbenzin (zurück, wegen der Steigung), also insgesamt 7 Liter. Das sind ca 9 € täglich an Spritkosten (+ Bremsbeläge, Motoröl, Werkstatt…). Bei Vollkosten von vielleicht 0,30 €/km kostet uns der Weg täglich mindestens 18 €. Bei 220 Tagen im Jahr etwa 4000 € nur für das Benzin.

Durch die extremen Kurven auf den Straßen zwischen Puntagorda und Los Llanos kommt man trotz Sportwagens nie mehr als auf 45 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Das ist gerade die Geschwindigkeit eines Mopeds.

Statt 7 Litern Benzin fürs Auto verbraucht ein E-Moped nur 0,5 Liter Schweröl im E-Werk für die gleiche Strecke

Ein elektrisches Moped verbraucht etwa 2,5 kWh auf 100 km Strecke – mit Ladeverlusten vielleicht 3 kWh/100 km. Die Strecke Puntagorda – Los Llanos braucht also weniger als 2 kWh Strom, der nur 0,32 € kostet. Bei 220 Tagen im Jahr sind das gerade mal 70 €. Für die Produktion von 2 kWh Strom werden auf La Palma im Kraftwerk etwa 0,5 Liter Diesel verbrannt. Statt 7 Liter Superbenzin fürs Auto also nur noch 0,5 Liter Diesel – das ist doch ein extremer Spareffekt auch für die Umwelt!

Welches Moped?

Bei der Wahl des Modells kamen schnell nur zwei Modelle in die engere Wahl:

  • Roller NIU N1S (elektrische Dauerleistung lt. COC: 1,8 kW)
  • Motorrad Super Soco TC (elektrische Dauerleistung lt. COC: 1,9 kW)

Jeweils mit Akkus für mindestens 3 kWh, damit die ganze Insel erkundet werden kann (ausreichend für 120 km Strecke). Beide Mopeds kosten in Europa mit Zusatzakku etwa 4200 €. In verschiedenen Tests und Foren schneidet NIU hinsichtlich der Verarbeitungsqualität und der Performance besser ab, ebenfalls was die Software anbetrifft. Andererseits hat die Super Soco TC große 17-Zoll-Räder, was bei den vielen schlechten Straßen auf La Palma ein Vorteil ist, und sie sieht einfach klasse aus, so dass ich die Super Soco bevorzuge.

SuperSoco
Super Soco TC, beim Händler in Hamburg. Foto: TRANKVILE electric vehicles

 

Der Kauf

Vorgestern habe ich beim Händler “Trankvile” meine Super Soco gekauft. Eine zweite Super Soco für meinen Partner werden wir bei einem kleinen Händler (“Motomar”) auf La Palma kaufen, aber da steht die Lieferbarkeit seit Juli noch in den Sternen – trotz intensivster Bemühungen.

Jetzt habe ich also eine Super Soco in Hamburg. Aber ich muss sie noch nach La Palma bringen! Das soll die tinerfenische Spedition “Mobiltrans” erledigen. Heute steht erst einmal die Zollbeschau an, denn ein Export auf die Kanarischen Inseln bedeutet, dass das Moped zwar innerhalb der EU und auch innerhalb des Zollgebietes der EU, aber außerhalb des Mehrwertsteuergebietes der EU verbracht wird. Mal sehen ob es klappt.

Fortsetzung folgt.

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